Wer heute für eine Schule, eine Volkshochschule oder einen Bildungsträger Tablets beschaffen muss, steht vor einer Entscheidung, die über die bloße Gerätewahl weit hinausgeht. Kaufen, leasen oder mieten: Alle drei Modelle haben 2026 ihre Daseinsberechtigung, aber keines passt für jeden Fall gleich gut. Die Unterschiede liegen im Detail, und genau dort verlieren viele Verwaltungen Zeit und Geld.
Was die Zahlen 2026 zeigen
Der durchschnittliche Listenpreis für ein schultaugliches Tablet liegt 2026 bei 280 bis 420 Euro. Geräte mit robusten Gehäusen, Stylus-Unterstützung und MDM-Kompatibilität wie das iPad 10 (ab 349 Euro) oder das Samsung Galaxy Tab A9+ (ab 299 Euro) dominieren Ausschreibungen. Hinzu kommen Schutzhüllen (15 bis 30 Euro), Lizenzen für Mobile-Device-Management-Software (6 bis 12 Euro pro Gerät und Jahr) sowie Reparatur- und Austauschkosten, die Studien zufolge bei Schulgeräten zwischen 8 und 14 Prozent des Anschaffungspreises pro Jahr ausmachen.
Das bedeutet: Ein Gerät für 350 Euro kostet über vier Jahre gerechnet rund 490 bis 560 Euro im Vollkostenvergleich. Diese Rechnung ändern Leasing und Miete auf unterschiedliche Weise.
Kaufen: Wann es sich rechnet
Der Kauf lohnt sich vor allem für Einrichtungen mit stabilen Bedarfszahlen und langen Nutzungszyklen. Eine Gesamtschule, die 300 Tablets für den Jahrgang 5 anschafft und diese über fünf Jahre nutzt, profitiert vom niedrigsten Gesamtpreis pro Gerät und von vollständiger Kontrolle über Konfiguration und Wartung. Förderprogramme wie der Digitalpakt 2.0 machen den Kauf zusätzlich attraktiv, weil Fördermittel in vielen Bundesländern nur für Käufe, nicht für Leasingraten bewilligt werden.
Der Nachteil ist die Kapitalbindung. 300 Tablets kosten zwischen 90.000 und 126.000 Euro in der Anschaffung, dazu kommen Logistik, Lagerung und der organisatorische Aufwand für Reparaturen. Wer kein hauseigenes IT-Team hat, merkt schnell, dass der günstige Kaufpreis an anderer Stelle teuer bezahlt wird.
Leasing: Kalkulierbare Raten, aber kein Eigentum
Beim Leasing schließen Schulträger einen Vertrag über 24 bis 48 Monate ab und zahlen monatliche Raten. Typische Konditionen für ein Gerät im 300-Euro-Segment liegen bei 8 bis 12 Euro pro Monat über 36 Monate, also 288 bis 432 Euro insgesamt. Das klingt teurer als der Kauf, ist aber nur die halbe Rechnung: Wartung, Support und Gerätetausch sind oft inklusive, und die Raten sind als Betriebsausgaben absetzbar.
Problematisch wird Leasing bei schwankenden Schülerzahlen. Wer 200 Geräte least und nach 18 Monaten 40 davon nicht mehr braucht, sitzt trotzdem auf den Raten. Vorzeitige Vertragsauflösungen kosten in der Regel 60 bis 80 Prozent der verbleibenden Laufzeit. Auch die Restwertregelung am Ende der Laufzeit sorgt regelmäßig für Überraschungen: Geräte müssen in einem definierten Zustand zurückgegeben werden, was bei Schulbetrieb ambitioniert ist.
Mieten: Flexibilität mit Preis
Miete funktioniert anders als Leasing, auch wenn beide Begriffe umgangssprachlich vermischt werden. Beim echten Mietmodell gibt es keine feste Mindestlaufzeit, die Geräteanzahl lässt sich monatlich anpassen, und Defektgeräte werden ohne Aufpreis ausgetauscht. Wer Tablets mieten möchte, zahlt dafür monatlich zwischen 15 und 25 Euro pro Gerät, also deutlich mehr als beim Leasing.
Das klingt zunächst unwirtschaftlich. Für bestimmte Szenarien ist es das Gegenteil. Ein Volkshochschulkurs, der zweimal jährlich 60 Tablets für vier Wochen benötigt, zahlt bei einem Mietpreis von 20 Euro pro Gerät und Monat rund 4.800 Euro pro Jahr statt einmalig 18.000 Euro beim Kauf, der dann 46 Wochen im Schrank liegt. Auch Einrichtungen, die auf neue Gerätegenerationen warten oder deren Finanzierung noch nicht gesichert ist, fahren mit Miete kurzfristig besser.
Der direkte Modellvergleich
| Kriterium | Kauf | Leasing | Miete |
|---|---|---|---|
| Gesamtkosten (3 Jahre, 100 Geräte) | ca. 38.000 EUR | ca. 36.000 EUR | ca. 54.000 EUR |
| Flexibilität bei Mengenänderung | gering | gering | hoch |
| Wartung inklusive | nein | teilweise | ja |
| Fördermittelfähig | ja | eingeschränkt | nein |
| Mindestlaufzeit | keine | 24 bis 48 Monate | oft 1 Monat |
Welches Modell für welchen Kontext
Eine pauschale Empfehlung gibt es nicht, aber klare Tendenzen. Schulen mit stabiler Schülerschaft, gesicherter Förderung und eigenem IT-Support kaufen in der Regel günstiger. Bildungsträger in kommunaler Trägerschaft mit wechselnden Kursangeboten und ohne eigenes Technikteam profitieren von Leasing oder Miete, je nach Planungshorizont.
Entscheidend ist auch die Frage nach der Geräteverwaltung. MDM-Systeme wie Microsoft Intune, Jamf oder der Google Admin-Bereich lassen sich mit allen drei Modellen kombinieren, aber nur beim Kauf und beim Leasing bleiben die Konfigurationen dauerhaft auf den Geräten. Mietgeräte kommen oft vorkonfiguriert oder müssen bei Rückgabe zurückgesetzt werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet, wenn keine Fernverwaltung eingerichtet ist.
Praxis: Was erfahrene Beschaffer empfehlen
Wer regelmäßig Beschaffungsentscheidungen trifft, nennt drei Punkte, die in der Praxis den Unterschied machen. Erstens: Gesamtkosten immer über den vollständigen Nutzungszeitraum berechnen, nicht nur den Einstiegspreis. Zweitens: Wartungsverträge und Austauschregelungen schriftlich fixieren, bevor irgendein Gerät geliefert wird. Drittens: Die Frage nach Fördermitteln früh klären, denn Leasing und Miete fallen in vielen Bewilligungsbescheiden durch das Raster.
Schulen, die in Projekten arbeiten oder saisonale Spitzen haben, zum Beispiel Abschlussprüfungen mit digitalen Komponenten, fahren oft am besten mit einem gemischten Ansatz: ein Grundstock gekaufter Geräte für den täglichen Betrieb, ergänzt durch gemietete Einheiten für Stoßzeiten. Dieses hybride Modell setzt sich 2026 zunehmend durch, weil es Kostensicherheit und Flexibilität verbindet.
Wer den Mietweg als Ergänzung oder Einstieg prüfen möchte, findet bei spezialisierten Anbietern für Tablets mieten konkrete Konditionen, die sich direkt mit Kauf- und Leasingangeboten vergleichen lassen. Der Vergleich lohnt sich, weil die Spanne zwischen Anbietern bei Mietpreisen erfahrungsgemäß bis zu 35 Prozent beträgt.
Am Ende ist die Beschaffungsentscheidung keine technische, sondern eine organisatorische. Wer seinen tatsächlichen Bedarf kennt, seine Finanzierungsgrundlage versteht und die Folgekosten realistisch einschätzt, trifft die richtige Wahl, unabhängig vom Modell.


